Digitalisierungs-ABC
Das Digitalisierungs-ABC gibt Händlerinnen und Händlern einen schnellen Überblick über die wichtigsten digitalen Themen im Handelsalltag: von der Analyse der Öffnungszeiten bis zum Zuschuss. Zu jedem Buchstaben finden Sie konkrete Leitfragen, Themen und direkte Links zu weiterführenden Artikeln aus dem handel.digital Wissenshub.

A – Analyse der Öffnungszeiten
Werden Ihre Öffnungszeiten Ihrer tatsächlichen Nachfrage gerecht?
- Kundendaten nutzen: Wann kommen wirklich Kundinnen und Kunden? Kassenauswertung, Frequenzmessungen, Google-Statistiken auswerten
- Google Business Profil: Öffnungszeiten dort aktuell halten – sonst verlieren Sie Laufkundschaft
- Anpassungspotenzial: Schwache Zeiten reduzieren, starke Zeiten gezielt besetzen
- Saisonale Zeiten: Ferien, Feiertage, Weihnachtsgeschäft – sind Ausnahmezeiten gepflegt?
B – Bestände erfassen
Den Überblick behalten – digital, aktuell, fehlerfrei.
- Warenwirtschaftssystem: Welches System passt zu Ihrer Betriebsgröße und Ihrem Sortiment?
- Echtzeit-Bestandsdaten: Vermeiden Sie Überverkäufe und Out-of-Stock-Situationen
- Inventur digital: Mobile Scan-Lösungen sparen Zeit und reduzieren Fehler
- Omni-Channel-Abgleich: Lager, Onlineshop und stationärer Bestand synchron halten
C – Content erstellen
Sichtbarkeit entsteht durch regelmäßige, relevante Inhalte.
- Was ist Content? Fotos, Videos, Texte, Stories – alles was Sie online zeigen
- Welche Plattform? Instagram, Facebook, TikTok, Google Business – je nach Zielgruppe
- Redaktionsplan: Wann posten? Mit welchem Thema? Wer ist zuständig?
- Aufwand realistisch halten: Besser 2× pro Woche konsequent als täglich und erschöpft
- KI als Hilfsmittel: Texte vorschreiben lassen, Bildideen generieren
D – Digitale Kasse
Pflicht und Chance: das moderne Kassensystem.
- TSE-Pflicht: Technische Sicherheitseinrichtung – ist Ihre Kasse konform?
- Meldepflicht: Kassensysteme müssen bis 31. Juli 2025 beim Finanzamt gemeldet sein
- Bonpflicht: Jeder Bon muss ausgestellt oder digital angeboten werden
- Mehrwert nutzen: Umsatzauswertung, Personalplanung, Warenwirtschaftsanbindung
- Welches System? Tablets vs. klassische Kasse vs. Kassensoftware
E – E-Rechnungs-Pflicht
Neue gesetzliche Pflicht im B2B-Bereich – handeln Sie jetzt.
- Was gilt? Seit 01.01.2025: E-Rechnungen im B2B-Bereich müssen empfangbar sein
- Formate: XRechnung, ZUGFeRD – was ist der Unterschied?
- Übergangsfrist: Versand per PDF bleibt übergangsweise möglich – bis wann?
- Welche Software? Buchhaltungsprogramme, Steuerberater und Datev-Lösungen prüfen
- B2C nicht betroffen: Endkundenkauf: keine Pflicht, aber Optimierungspotenzial
F – Fragen an handel.digital
Kostenfreies coaching direkt für Ihren Betrieb
- 1 Stunde
- Individuelles 1:1-coaching mit unseren digi.coaches
- Kostenfrei für hessischen Handel
G – Google Profil pflegen
Ihre wichtigste kostenlose Visitenkarte im Netz.
- Google Business Profile: Ist Ihr Profil beansprucht und verifiziert?
- Stammdaten: Adresse, Telefon, Öffnungszeiten – alles aktuell?
- Fotos: Aktuelle Bilder vom Geschäft, Sortiment, Team hochladen
- Bewertungen: Aktiv auf Kundenbewertungen antworten – positiv wie negativ
- Beiträge & Angebote: Aktionen, Events und Neuheiten direkt in der Suche kommunizieren
H – Homepage erstellen
Ihre eigene digitale Heimat – unabhängig von Plattformen.
- Brauche ich eine? Ja – Social Media und Google ersetzen keine eigene Website
- Was muss drauf? Adresse, Sortiment/Leistungen, Kontakt, Öffnungszeiten
- Welches System? Wix, Squarespace, WordPress, IONOS – was passt zu Ihnen?
- Rechtliche Pflichten: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweis
- Mobile First: Über 70 % der Aufrufe kommen vom Smartphone
I – Informationen online
Was Kundinnen und Kunden online über Sie finden – und finden sollten.
- Konsistenz: Gleiche Infos auf Google, Website, Social Media und Portalen?
- FAQ online: Häufige Fragen direkt auf der Website beantworten
- Sortimentsinformationen: Welche Produkte haben Sie? Preise sichtbar machen
- Standort & Anfahrt: Google Maps-Integration, Parkplatzhinweise
- Aktualität: Veraltete Infos schaden mehr als gar keine – regelmäßig prüfen
J – Jahresplan digital führen
Struktur schaffen für Marketing, Einkauf und Events.
- Content-Kalender: Wann welcher Post, welche Aktion, welcher Newsletter?
- Einkaufsplanung: Saisonware, Messen, Lieferzeiten digital vorausplanen
- Veranstaltungskalender: Lokale Events, Stadtfeste, Aktionswochen einplanen
- Tools: Google Sheets, Notion, Trello, Microsoft Planner – kostenlose Lösungen
- Team einbinden: Geteilte Kalender ermöglichen gemeinsame Planung
K – Kundenkontakte digitalisieren
Aus einmaligen Käuferinnen und Käufern werden treue Stammkunden.
- CRM-System: Kundendaten systematisch erfassen und nutzen
- Digitale Kundenkarte: Bonuspunkte, Rabatte, Geburtstagsaktionen – digital statt Papier
- Datenschutz: DSGVO: Was darf ich speichern, wie muss ich informieren?
L – Lieferstatus melden
Transparenz schafft Vertrauen – auch im stationären Handel.
- Sendungsverfolgung: Tracking-Link per E-Mail oder SMS an Kundinnen und Kunden
- Click & Collect: Online bestellen, im Laden abholen – Status kommunizieren
- Automatische Benachrichtigung: Systeme die automatisch informieren, wenn Ware da ist
- Retouren-Info: Rückgabeprozess klar kommunizieren – Vertrauen stärken
- Lieferzeitkommunikation: Realistische Angaben machen – besser zu lang als zu kurz versprechen
M – Mail-Signatur anpassen
Jede E-Mail ist eine Visitenkarte – nutzen Sie sie.
- Was gehört rein? Name, Position, Telefon, Website, Social-Media-Links
- Rechtliche Pflichten: Handelsregister, USt-ID – ggf. Pflichtangaben prüfen
- Aktuell halten: Neue Öffnungszeiten, Events oder Angebote als saisonale Ergänzung
- Einheitlich im Team: Alle Mitarbeitenden mit identischer Signatur – professioneller Auftritt
- Verlinkungen nutzen: Direkt zur Terminbuchung, zum Onlineshop oder zur aktuellen Aktion verlinken
N – Newsletter starten
Direkt in die Inbox – kein Algorithmus, kein Umweg.
- Warum Newsletter? Unabhängig von Social-Media-Algorithmen, direkte Reichweite
- Welches Tool? Mailchimp, CleverReach, Brevo – kostenlose Einstiege möglich
- Was schreiben? Angebote, Events, Neuheiten, Tipps – möglichst konkret und kurz
- Frequenz: 1–2× pro Monat reicht für den Einstieg
O – Online sichtbar sein
Wer nicht gefunden wird, existiert für viele nicht.
- Local SEO: Bei Google für lokale Suchanfragen sichtbar werden
- Branchenverzeichnisse: Einträge bei Yelp, Das Örtliche, Gelbe Seiten aktuell halten
- Google Ads: Gezielte Werbung für lokale Zielgruppen – auch mit kleinem Budget
- Bewertungsmanagement: Sterne-Bewertungen beeinflussen das Ranking und das Vertrauen
- Social Media: Präsenz auf den für Ihre Zielgruppe relevanten Plattformen
P – Produktfotos machen
Ein gutes Foto verkauft – ein schlechtes schreckt ab.
- Smartphone reicht: Modernes Smartphone + gutes Licht = professionelle Fotos möglich
- Hintergrund: Weißer oder neutraler Hintergrund – Ware in den Vordergrund
- Licht: Natürliches Tageslicht oder Ringlicht nutzen
- Konsistenz: Gleiche Perspektive, gleiche Größe – einheitliches Erscheinungsbild
- KI zur Nachbearbeitung: Hintergrund freistellen, Farben optimieren
Q – QR-Codes einsetzen
Die Brücke zwischen physisch und digital – simpel und günstig.
- Einsatzmöglichkeiten: Schaufenster, Preisschilder, Verpackung, Visitenkarte, Rechnung
- Was verlinken? Website, Bewertungsseite, WhatsApp, Onlineshop, Video
- QR-Code erstellen: Kostenlos unter im Internet möglich
- Bezahlen per QR: PayPal QR-Codes am POS – kontaktlose Zahlung ohne Terminal
- Tracking möglich: Mit Kampagnen-URLs messen, wie oft ein Code gescannt wird
R – Retourenmanagement
Retouren kosten Geld – smarte Prozesse senken die Quote.
- Ursachenanalyse: Warum wird zurückgeschickt? Falsche Größe, defekt, Erwartung nicht erfüllt?
- Präventives Retourenmanagement: Bessere Produktbeschreibungen und Fotos reduzieren Retouren
- Rückgabeprozess: Klar kommunizieren: Wo, wie, in welchem Zustand?
- Wiederaufbereitung: Retouren prüfen, reinigen, neu verpacken und wiederverkaufen
- Widerrufsbutton: Seit Juni 2026 Pflicht für Onlinehändlerinnen und -händler
S – Social Media starten
Präsenz aufbauen – da sein, wo Ihre Kundinnen und Kunden sind.
- Plattform wählen: Instagram für Mode & Lifestyle, Facebook für ältere Zielgruppen, TikTok für Reichweite
- Profil einrichten: Logo, Adresse, Website-Link, prägnante Bio
- Content-Ideen: Behind the Scenes, neue Ware, Angebote, Kundenstimmen
- Interaktion: Kommentare beantworten – Gemeinschaft aufbauen
- Organisch vs. bezahlt: Zuerst organisch aufbauen, dann mit Ads gezielt skalieren
T – Termine buchen
Terminbuchung digital – weniger Telefon, mehr Abschlüsse.
- Online-Buchung: Kundinnen und Kunden buchen selbst: Stilberatung, Reparatur, Abholung
- Tools: Calendly, Bookingkit, SimplyBook.me – viele kostenlose Einstiege
- Google-Integration: Termine direkt aus dem Google-Profil buchen lassen
- Erinnerungen: Automatische SMS/E-Mail senkt No-Show-Quote
- Interne Planung: Digitale Terminverwaltung für das gesamte Team
U – Umsatz auswerten
Daten sind da – nutzen Sie sie.
- Kassendaten: Welche Produkte verkaufen sich wann? Welche laufen schlecht?
- ABC-Analyse: A-Artikel (Top-Seller) vs. C-Artikel (Ladenhüter) identifizieren
- Saisonmuster: Vergleich Vorjahr – sind Sie auf Kurs?
- Onlineshop-Auswertung: Conversion Rate, Warenkorbgröße, Abbruchrate im Blick
- KI-gestützte Auswertung: Smarte Strategien für Sortiment und Personalplanung
V – Videos kurz und einfach produzieren
Video ist das Format mit der höchsten Reichweite – auch ohne Kamera-Team.
- Smartphone reicht: Gutes Licht + ruhige Hand + kurzes Skript = fertiges Video
- Formate: Instagram Reels, TikTok, YouTube Shorts – bis 60 Sekunden
- Themenideen: Produkt zeigen, Tipps geben, Behind the Scenes, Veranstaltungen
- Tools: CapCut, Canva, InShot – kostenlose Schnitt-Apps
- KI für Text: Skript vorab mit KI formulieren lassen
W – WhatsApp Business
Der direkteste Kanal zu Ihren Kundinnen und Kunden.
- WhatsApp Business App: Kostenlos – für kleine Betriebe vollkommen ausreichend
- Profil einrichten: Öffnungszeiten, Adresse, Sortimentsbeschreibung, Begrüßungsnachricht
- Schnellantworten: Häufige Fragen mit einem Klick beantworten
- Broadcast-Listen: Angebote an mehrere Kontakte gleichzeitig – kein Gruppenchat
- Datenschutz: Einwilligung der Kontakte vor dem Hinzufügen einholen
X – Xtra-Service bieten
Was macht Sie unverwechselbar? Ihr Service ist Ihr Alleinstellungsmerkmal.
- Was kann der Handel, was Amazon nicht kann? Beratung, Atmosphäre, lokale Verbundenheit, Sofort-Mitnahme
- Digitale Ergänzungen: Click & Collect, Reservierung, persönliche Stilberatung per Video
- Treueprogramme: Digitale Kundenkarte, exklusive Angebote für Stammkunden
- Nachhaltigkeits-Services: Reparatur, Upcycling, Verpackungsrücknahme – Mehrwert schaffen
Z – Zuschuss sichern
Digitalisierung muss nicht teuer sein – Fördergelder nutzen.
Digitalisierungs-ABC als Poster zum downloaden
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