Autor: Leonard Rohde

KI im Handelsalttag: So schreiben Sie Prompts, die wirklich helfen

KI
Künstliche Intelligenz kann Produkttexte schreiben, Kundenanfragen beantworten und Social-Media-Beiträge vorbereiten. Ob das Ergebnis brauchbar ist, hängt fast immer an einer Sache: der Eingabe, dem sogenannten Prompt. Dieser Artikel zeigt, wie Sie KI im Alltag einsetzten und mit welchen Formulierungen Sie bessere Ergebnisse bekommen.
Infos zum Thema auf einen Blick:
  • KI-Tools wie ChatGPT laufen im Browser, kosten wenig und brauchen keine IT-Abteilung
  • Die Qualität der Ergebnisse hängt am Prompt: Kontext zum eigenen Geschäft macht den Unterschied
  • Drei Anwendungsfälle mit Kopiervorlagen: Produktbeschreibungen, Kundenkommunikation, Social Media
  • Auch für Sortiment und Inventur nutzbar, etwa zur Analyse von Abverkaufszahlen oder für Zähllisten
  • Persönliche Kundendaten gehören nicht in externe KI-Tools, Fakten immer selbst prüfen
  • Kostenlose Unterstützung beim Einstieg gibt es im digi.coaching

Warum jetzt?

KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini sind keine Zukunftsmusik mehr. Sie kosten wenig oder nichts, laufen im Browser und brauchen keine IT-Abteilung. Genau das macht sie für kleine und mittlere Betriebe interessant. Denn die Aufgaben, bei denen KI am meisten hilft, sind die, für die im Tagesgeschäft nie Zeit ist: Texte schreiben, Anfragen beantworten, Ideen sortieren.

Gleichzeitig gilt: KI ersetzt keine Fachkenntnis. Sie weiß nicht, wie Ihr Laden riecht, wer Ihre Stammkundschaft ist und warum Sie ein Produkt ins Sortiment genommen haben. Dieses Wissen müssen Sie ihr mitgeben. Genau das ist Prompting. Wer nur schreibt „Schreib mir einen Produkttext“, bekommt austauschbaren Text. Wer Kontext liefert, bekommt einen Entwurf, der nach dem eigenen Geschäft klingt.

Anwendungsfall 1: Produktbeschreibungen

Der Klassiker. Ob für den Onlineshop, Google Unternehmensprofil oder ein Schaufensterschild: Produkttexte kosten Zeit, und nach dem zwanzigsten Text fehlen die Worte. Hier spielt KI ihre Stärke aus, wenn sie genug Futter bekommt.

Wichtig beim Anpassen: Ersetzen Sie die Platzhalter durch echte Details. Je konkreter die Angaben zu Material, Herkunft und Zielgruppe, desto weniger klingt der Text nach Katalog.

Prompt-Vorlage: 

Du bist Texter oder Texterin für ein inhabergeführtes Fachgeschäft für [Branche] in [Stadt]. 

Schreibe eine Produktbeschreibung für unseren Onlineshop. 

Produkt: [Name, Material, Herkunft, Preis] 

Besonderheit: [z. B. handgefertigt, regional, nachhaltig]

 Zielgruppe: [z. B. Kunden und Kundinnen zwischen 30 und 60, die Wert auf Qualität legen] 

Länge: 80 bis 100 Wörter. 

Ton: persönlich und ehrlich, keine Werbefloskeln, keine Superlative. Der Text soll klingen, als hätte ihn jemand aus dem Geschäft geschrieben.

Anwendungsfall 2: Kundenkommunikation

Reklamationen, Terminanfragen, Fragen zur Verfügbarkeit: Vieles davon läuft heute per E-Mail oder über soziale Netzwerke. KI hilft, schneller zu antworten, ohne unpersönlich zu werden. Besonders nützlich bei heiklen Fällen, etwa einer verärgerten Kundin. Die KI liefert einen sachlichen ersten Entwurf, den Sie dann mit Ihrem Wissen zum konkreten Fall ergänzen.

Beim Anpassen gilt: Kopieren Sie die Original-Nachricht der Kundschaft in den Prompt, aber entfernen Sie vorher persönliche Daten wie Namen, Adressen oder Bestellnummern. Das gehört nicht in ein externes KI-Tool.

Prompt-Vorlage 1:

Eine Kundin beschwert sich über [Problem, z. B. eine verspätete Lieferung].

 Hier ihre Nachricht: [Nachricht einfügen, ohne persönliche Daten] 

Schreibe einen Antwortentwurf für unser Geschäft [Name]. 

Wir möchten: uns ehrlich entschuldigen, das Problem erklären [Grund einfügen] und als Lösung [z. B. Abholung im Laden mit kleiner Aufmerksamkeit] anbieten. 

Ton: freundlich, auf Augenhöhe, keine Standardfloskeln wie „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten“.

Anwendungsfall 3: Social Media und Sortiment

Auch bei Instagram- oder LinkedIn-Beiträgen nimmt KI Arbeit ab: Sie liefert Textvorschläge, Ideen für Aktionswochen oder Varianten einer Caption. Der Beitrag wird trotzdem erst gut, wenn Ihr Foto und Ihre Geschichte dahinterstehen.

Beim Anpassen zählt der Anlass: Ein neues Produkt, ein Blick hinter die Kulissen oder eine Aktion brauchen unterschiedliche Ansprachen. 

Beschreiben Sie deshalb kurz, was auf dem Foto zu sehen ist und was Sie damit erreichen wollen. Und lassen Sie sich immer mehrere Varianten geben, dann können Sie auswählen statt korrigieren.

Prompt-Vorlage: 

Du schreibst Instagram-Beiträge für [Geschäft, Branche, Stadt]. 

Unsere Followerinnen und Follower sind [z. B. Stammkundschaft aus der Region, 30 bis 60 Jahre].

 Anlass: [z. B. neues Produkt eingetroffen, Aktionswoche, Blick hinter die Kulissen] 

Auf dem Foto zu sehen: [kurz beschreiben] 

Ziel des Beitrags: [z. B. Leute in den Laden holen, Produkt vorstellen] 

Schreibe drei Varianten einer Caption, jeweils 3 bis 5 Sätze. 

Ton: locker und persönlich, wie von uns selbst geschrieben. Keine Emoji-Flut, maximal zwei Emojis pro Variante, keine Hashtag-Liste. 

Jede Variante endet mit einer konkreten Aufforderung, z. B. vorbeikommen oder kommentieren.

Prompt-Vorlage 2: 

Du bist Social-Media-Planer für [Geschäft, Branche, Stadt]. 

Unsere Follower sind [z. B. Stammkundschaft aus der Region, 30 bis 60 Jahre].

 Erstelle einen Content-Plan für Instagram für die nächsten [4] Wochen, mit [2] Beiträgen pro Woche. 

Was bei uns ansteht: [z. B. neue Ware im Sortiment, verkaufsoffener Sonntag, Jubiläum, saisonale Themen] 

Was wir zeigen können: [z. B. Team, Ladengeschäft, Produkte, Blick hinter die Kulissen]

 Gib den Plan als Tabelle aus mit: Datum, Thema, Beitragsformat (Foto, Reel, Story), Idee für das Motiv und einem kurzen Caption-Vorschlag. Mische Produktbeiträge mit persönlichen Einblicken, nicht nur Werbung. 

Ton: locker und persönlich, keine Hashtag-Listen.

Drei Tipps für besseres Prompting

Kontext geben. Die KI kennt Ihr Geschäft nicht. Sagen Sie ihr, wer Sie sind, für wen der Text ist und was Sie erreichen wollen. Ein Satz zum Betrieb am Anfang des Prompts verändert das Ergebnis deutlich.

Beispiele liefern. Wenn Sie schon Texte haben, die Ihnen gefallen, fügen Sie einen davon ein und schreiben Sie: „Orientiere dich an diesem Stil.“ Das funktioniert besser als jede Stilbeschreibung.

Ergebnis prüfen und nachschärfen. Der erste Entwurf ist selten der beste. Antworten Sie einfach: „Kürzer“, „Weniger förmlich“ oder „Die Preisangabe stimmt nicht“. KI-Tools verstehen Korrekturen im Dialog. Und: Prüfen Sie Fakten immer selbst. KI erfindet gelegentlich Details, die plausibel klingen, aber falsch sind.

Einfach anfangen

Der beste Einstieg ist ein echter Fall aus Ihrem Alltag. Nehmen Sie die nächste E-Mail, den nächsten Produkttext oder den nächsten Instagram-Beitrag und probieren Sie einen der Prompts aus diesem Artikel aus. Nach ein paar Versuchen entwickeln Sie ein Gefühl dafür, welche Angaben die KI braucht.

Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, unterstützt Sie unser kostenloses Angebot und buchen Sie ein digi.coaching. Gemeinsam mit einem Coach schauen Sie auf Ihren Betrieb und finden heraus, wo KI und andere digitale Werkzeuge Ihnen konkret Arbeit abnehmen.

Ihr Ansprechpartner

Leonard Rohde
Werkstudent handel.digital
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