Retourenflut im Weihnachtsgeschäft
Die Reduzierung von Retouren ist eine der größten Herausforderungen im E-Commerce. Laut der aktuellen EHI-Studie „Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce 2023“ steht die Vermeidung von Rücksendungen bei 74 Prozent der Onlinehändler an oberster Stelle – ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Die Studienautorin Hilka Bergmann hebt hervor, dass der Handel aufgrund der teilweise hohen Retourenquoten und den damit verbundenen Kosten stark in diese Richtung drängt. Insbesondere im Bereich Fashion & Accessoires, wo Retourenquoten von bis zu 75 Prozent keine Seltenheit sind, entstehen enorme Aufwände. Händlerinnen und Händler sind gezwungen, kreative Lösungen zu finden, um diese Kosten zu senken und dennoch den Kundinnen und Kunden ein zufriedenstellendes Einkaufserlebnis zu bieten, etwa das sogenannte Retourenmarketing.
Schlüsselfaktoren einer Retourenstrategie
Dabei spielen detaillierte Produktinformationen eine zentrale Rolle. 86 Prozent der Befragten sehen hierin die entscheidende Maßnahme zur Senkung der Retourenquote. Eine Kombination aus präzisen Abbildungen und Beschreibungen soll potenzielle Käuferinnen und Käufer bereits vor dem Kauf besser informieren und so Fehlkäufe vermeiden. Weitere wichtige Maßnahmen sind sichere Verpackung und persönliche Beratung. Doch wie können Unternehmerinnen und Unternehmer diese Erkenntnisse in die Praxis umsetzen?
Für Unternehmensinhaberinnen und Inhaber ist es essenziell, eine Retourenstrategie zu entwickeln, die sowohl kundenzentriert als auch kosteneffizient ist. Ausgehend von den Tipps für eine optimierte Retourenabwicklung, sollte zunächst die Qualität der Artikel und die Informationsbereitstellung im Onlineshop verbessert werden. Hochwertige Bilder und präzise Produkttexte können dabei helfen, die Erwartungen der Kundinnen und Kunden zu erfüllen. Zudem ist der Einsatz von stabilem Verpackungsmaterial und ein reibungsloser Rückgabeprozess elementar, um den Kundenservice zu verbessern und das Vertrauen zu stärken.
Eine wichtige Rolle spielen auch Kundenbewertungen, die Transparenz zu Produkten schaffen, zusätzliche Informationen bereitstellen und die Perspektive des Endkonsumenten wiederspiegeln. Dies, gepaart mit einer regelmäßigen Analyse des Retourenaufkommens und Optimierung der internen Prozesse, kann Handelsunternehmen dabei helfen, die Retourenquote zu senken.
Abschließend ist ein Kundensupport
nach dem Kauf ein wesentlicher Baustein, um langfristige und positive
Kundenbeziehungen zu fördern und proaktiv Retouren entgegenzuwirken, etwa um einen Umtausch gegen eine andere Ware anzubieten, die den Wünschen der kaufenden Person eher entspricht.
Teil der Kundenbeziehung
Retouren sind eine unvermeidbare Realität im Onlinehandel, doch sie
bieten auch eine Chance – nicht nur für die Kostenoptimierung, sondern
auch für den Aufbau einer stärkeren Kundenbindung und Umsatzsteigerung.
Eine effektive Retourenstrategie kann somit einen signifikanten
Wettbewerbsvorteil darstellen. Doch wie können Händlerinnen, Händler und
E-Commerce-Manager Retouren zu ihrem Vorteil nutzen?
Zunächst ist es essentiell, die Hauptgründe für Retouren zu identifizieren und diese proaktiv anzugehen. Viele Retouren entstehen durch Passform- oder Größenprobleme, was durch detaillierte Größenangaben und den Einsatz von Augmented Reality (AR) zur virtuellen Anprobe reduziert werden könnte.
Beschädigte oder falsche Bestellungen sind ebenso häufige Retourengründe – hier sind eine verbesserte Qualitätskontrolle und automatisierte Bestellungsverwaltung Schlüsselelemente. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Bedeutung einer transparenten Kommunikation bezüglich der Lieferzeiten, um Enttäuschungen und damit verbundene Retouren zu vermeiden.
Auf der anderen Seite eröffnet das Retouren Marketing eine Welt voller Möglichkeiten. Indem Onlinehändler den Retourenprozess als Chance für das Marketing verstehen, können sie das Kundenerlebnis verbessern und gleichzeitig den Umsatz steigern.
Gutscheine, personalisierte Empfehlungen oder das Vorschlagen alternativer Produkte sind Taktiken, die nicht nur die Kundenbindung stärken, sondern auch die Retourenquote positiv beeinflussen können. Ein strategisch ausgerichtetes Retourenportal kann dabei helfen, diese Taktiken effizient umzusetzen und gleichzeitig Upsell- und Cross-Sell-Potenziale zu nutzen.
Checkliste: Retourenmarketing
Gutscheine anbieten:
- Ein Rabatt von 5 % überzeugt etwa jeden vierten rückgabebereiten Kunden.
- Ein Rabatt von 30 % könnte fast sechs von zehn dieser Kunden überzeugen.
Umtausch anbieten:
- Kunden neigen dazu, Artikel umzutauschen, wenn Alternativen angeboten werden.
Teilnahme am Treueprogramme im Rahmen der Retoure anbieten:
- Exklusive Mitgliedervergünstigungen (z.B. kostenlose Rücksendungen) fördern die Teilnahme am Treueprogramm. Ansonsten wird Rücksendung kostenpflichtig.
Feedback-Umfragen:
- Feedback einholen, um Kunden besser zu verstehen und effektiver ansprechen zu können. und Retouren zu vermeiden.
Retourenportal:
- Nutzen für personalisierte Empfehlungen, Produkt-Upsells und Cross-Sells.
In-Store-Retouren:
- Filial-Rücksendungen ziehen Besucher an und steigern den Umsatz.

Widerrufsbutton kommt 2026: Neue Pflicht für Onlinehändlerinnen und Händler im Überblick
Ab Juni 2026 muss der Onlinehandel seinen Kundinnen und Kunden einen verpflichtenden Widerrufsbutton anbieten. Für den Handel bedeutet das neue technische, rechtliche und organisatorische Herausforderungen.
Cyber-Realitätscheck: Warum viele Unternehmen sich in falscher Sicherheit wiegen
Die fortschreitende Digitalisierung bringt enorme Chancen für Unternehmen mit sich – aber auch Risiken. Gerade Händlerinnen und Händler investieren zunehmend in Technologien, um Prozesse effizienter zu gestalten, Kundinnen und Kunden besser zu erreichen oder neue Absatzkanäle zu erschließen. Doch im Bereich IT-Sicherheit herrscht oft eine gefährliche Illusion: Viele Unternehmen glauben, besser geschützt zu sein, als sie tatsächlich sind. Aktuelle Studien decken genau diesen Widerspruch auf und zeigen, wie groß die Lücken zwischen Selbstwahrnehmung und Realität sind.
Data Act: Was kommt auf Händlerinnen, Händler und ihre Kundschaft zu?
Der Data Act gilt ab dem 12. September 2025 verbindlich in der gesamten EU und regelt, wie Daten aus vernetzten Produkten genutzt und weitergegeben werden dürfen. Für Handelsunternehmen besonders relevant sind Geräte, die Kundinnen und Kunden selbst verwenden und bei denen persönliche Daten entstehen – zum Beispiel smarte Küchengeräte, vernetzte Haushaltsgeräte oder intelligente Beleuchtungssysteme.
Meldepflicht elektronischer Kassensysteme bis zum 31. Juli
Unternehmen, die ein elektronisches Kassensystem nutzen, müssen dieses bis spätestens 31. Juli beim Finanzamt melden. Ziel der Meldepflicht ist es, Manipulationen an Kassendaten zu verhindern und die ordnungsgemäße Aufzeichnung von Geschäftsvorfällen sicherzustellen. Wer die Frist versäumt, riskiert unnötige Bußgelder und Ärger bei der nächsten Betriebsprüfung.
- 29Okt 2026, Do.handel.digital
handel.digital KI-Werkstatt Wiesbaden Weihnachtsedition
18:00 - 20:00 Uhr WerkRaum im Stadtmuseum Wiesbaden, WiesbadenPräsenzkostenfreiIn der handel.digital KI-Werkstatt – Weihnachtsedition entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen eine konkrete KI-Lösung für Ihr Weihnachtsgeschäft – und sorgen dafür, dass Sie diese Lösung danach souverän im Alltag nutzen. - 05Nov 2026, Do.handel.digital
handel.digital KI-Werkstatt Waldeck-Frankenberg Weihnachtsedition
18:00 - 20:00 Uhr Maker Space Korbach, KorbachPräsenzkostenfreiIn der handel.digital KI-Werkstatt – Weihnachtsedition entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen eine konkrete KI-Lösung für Ihr Weihnachtsgeschäft – und sorgen dafür, dass Sie diese Lösung danach souverän im Alltag nutzen. - 31Aug 2026, Mo.Handelsverband Hessen
Stadt.Handel.Immobilien.
17:30 - 21:59 Uhr Frankfurt Westside, Frankfurt am MainPräsenzkostenfreiErleben Sie Stadtentwicklung dort, wo sie gerade entsteht – exklusiv, roh und sonst nicht zugänglich. Wir laden Sie herzlich zu unserer Veranstaltung „Stadt. Handel. Immobilien.“ ein – dem Dialogforum, in dem Stadt, Handel und Immobilienbranche gemeinsam Zukunft gestalten. - 05Feb 2026, Do.handel.digital
Social-Media-Marketing 1/3 – Social Media endlich zur Gewohnheit machen
18:15 - 19:45 UhrDigitalkostenfreiSocial Media ist wie Sport machen. Alle sagen, es sei total wichtig, aber irgendwas ist immer wichtiger. Bis heute. Nach dem Besuch dieser Veranstaltung schalten Sie Ihre Social-Media-Kanäle entweder guten Gewissens ab oder Sie nutzen sie richtig.
handel.digital vor Ort in Limburg an der Lahn: Digitalisierung kommt ins Geschäft
17.06.2026Digitalisierung, Standort & Innenstadthandel.digital war gestern in Limburg an der Lahn unterwegs – mit dem Format "handel.digital vor Ort" direkt in den inhabergeführten Betrieben der Altstadt. Die Resonanz war eindeutig: Der Bedarf ist da und die hessischen Händlerinnen und Händler brauchen Unterstützung!Handelsverband und Google vergeben Stipendien für KI-Weiterbildung
04.03.2026Digitalisierung, Förderung, KIKünstliche Intelligenz (KI) ist längst Realität und hat ihren Platz im Alltag des Handels gefunden. Ob zur Effizienzsteigerung von Prozessen, für individuell zugeschnittene Kundenansprachen oder als kreativer Ideengeber im Büro – KI eröffnet vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zahlreiche Möglichkeiten. Doch im stressigen Arbeitsalltag fehlt häufig die Zeit, sich intensiv mit neuen Technologien auseinanderzusetzen. Hier setzt das neue Programm des Handelsverbands in Zusammenarbeit mit der Google Zukunftswerkstatt an.Das war die Euroshop 2026 in Düsseldorf: Geführter Rundgang des Handelsverband Hessen e.V. war ein voller Erfolg
03.03.2026Digitalisierung, E-Commerce, In eigener SacheGemeinsam mit Händlerinnen und Händlern aus Hessen war der Handelsverband Hessen in diesem Jahr wieder auf der EuroShop 2026 in Düsseldorf vertreten. Unter der Leitung von unseren digi.coaches Benjamin Becker und Thomas Rüger fand ein geführter Rundgang zu den Highlights der Messe statt, der den Teilnehmenden einen gezielten Überblick über die enorme Themen- und Austellervielfalt ermöglichte.Gesetzesänderungen 2026: Das müssen Händlerinnen und Händler jetzt wissen!
15.12.2025Digitalisierung, Recht & SozialesAb 2026 treten zahlreiche gesetzliche Neuerungen in Kraft, die insbesondere Händlerinnen und Händler im Onlinehandel betreffen. Unser Überblick zeigt, welche Pflichten ab wann greifen, für wen sie relevant sind und welche Maßnahmen Händlerinnen und Händler rechtzeitig umsetzen sollten.






