Die eigene Händler-App entwickeln
- Individuelle Lösung oder White-Label-Lösung ist eine Kernfrage
- Die wichtigsten Anforderungen müssen im Vorfeld geklärt werden
- Vergleichen Sie 3-4 Anbieter und Fragen nach Beispielen aus der Praxis

Um seine 4 Standorte und den Webauftritt um einen weiteren Kanal zu ergänzen, soll eine Händler-App entwickelt werden. Betten Winkler möchte damit vorrangig folgende Ziele erreichen:
- Kundenerfahrung verbessern
- Loyalität zu steigern
- Kommunikation stärken
Die Entwicklungsfrage der Händler-App
Um eine Händler-App zu entwickeln, gibt es zwei Wege:
- Individuelle Lösung
- White-Label-Lösung
Welchen Weg man wählt hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa dem Funktionsumfang, der Infrastruktur und dem Design. Eine Händler-App kann dann zwischen 40.000 bis 320.000 € kosten, abhängig von den spezifischen Anforderungen und der Größe des Unternehmens.
Aufgrund des klar umgrenzten Funktionsumfanges und der geplanten Investitionssumme ist die Entscheidung auf eine White-Label-Lösung gefallen.

Interview mit Frank Gaffrey
Welche Gründe sprechen für die Entwicklung einer eigenen Händler-App?
Gaffrey: Ich möchte meine Kundinnen und Kunden stärker an mein Unternehmen binden und mit der App die Digitalisierung in meinem Unternehmen auf die nächste Ebene heben. Gerade in der direkten und persönlichen Ansprache unserer Kundschaft sehe ich große Vorteile. Denn, ich kann schnell und sehr kostengünstig Informationen, Gutscheine und Werbung aussenden. Ich erwarte, dass ich künftig den Versand von Direct Mails herunterfahren und somit Ressourcen und Kosten sparen kann.
Wie sind Sie bei der Auswahl der Anbieters vorgegangen?
Gaffrey: Tatsächlich war der Auswahlprozess überschaubar. Schon seit einigen Jahren verfolge ich die App-Entwicklung einer Werbeagentur, die bisher stark für den Modehandel tätig ist. Dementsprechend sind das Content Managementsystem und die Kampagnen daran ausgerichtet. Ich werde Content und Werbung größtenteils selbst produzieren und dann ausspielen. Nutze sicher auch fertige Kampagnen und passe diese an meine Bedürfnisse an. Das wird eine neue und spannende Aufgabe für mein Team und mich. Stichwort: Horizonterweiterung. Durch den Fokus auf diesen etablierten und erfolgreichen Anbieter habe ich den Auswahlprozess klein gehalten. Es muss nicht alles neu erfunden werden.
Welche Bedeutung haben Apps für die Kundenzufriedenheit und Kundenbindung?
Gaffrey: Wir haben für uns festgestellt, dass das Beratungsgespräch und die direkte Betreuung der Kundschaft unser Markenzeichen ist. Nun stellt sich für uns die Frage, wie wir diese Leistungen noch verbessern können. Ein Punkt ist hier die Erreichbarkeit der Kundinnen und Kunden, die wie selbstverständlich einen modernen Kundenservice nachfragen. Klar versuchen wir ein nahtloses Einkaufserlebnis den Kundinnen und Kunden zu ermöglichen, jederzeit und überall auf das Angebot des Unternehmens zuzugreifen. Durch die App können Kunden auch ihre Einkäufe einsehen und Feedback geben. Ohne Frage wird hierbei die eigene App eine neue Dimension eröffnen, um noch näher in der Beratung und den After-Sales an die Wünsche unserer Kundschaft heranzukommen. Dafür planen wir gezielt auch auf Aktionen und Push-Kommunikation zu setzen, die dieses Beratungsangebot erweitert. Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob es die X-te App auf dem Handy braucht. Das wird der Alltag beantworten.
Wie werden Sie die Kundinnen und Kunden davon überzeugen, dass sie diese App auch benutzten?
Gaffrey: Geplant ist ein klassisches Direct Mail zum Auftakt mit klarem Vorteil. Also, nach dem Herunterladen und Anmelden in der App bekommt der Nutzer oder die Nutzerin einen Gutschein. Dann werden wir Aufsteller und Fensteraufkleber für die Verkaufsräume anfertigen lassen. Alle Kanäle von Homepage über Social Media bespielen. Und, wir werden Werbung in unseren persönlichen Gesprächen mit der Kundschaft machen.
Eröffnen Apps für kleine und mittlere Handelsunternehmen die gleichen Chancen, wie für große Handelsunternehmen oder gibt es hier Unterschiede? Sehen Sie eventuell Vorteile für kleine Unternehmen, die größere nicht mehr haben?
Gaffrey: (Lacht) Natürlich sind die Kapazitäten andere. Ich kann nicht eine
komplexe App Entwickeln, die alle Parameter der Innovation aufdreht. Darum geht
es uns nicht, sondern um eine sinnvolle und bezahlbare Ergänzung des
Einkaufserlebnisses und damit eine Reaktion auf die Kundenbedürfnisse von
morgen. Kleinere Unternehmen haben eben deutlich weniger Instanzen zwischen
Entscheidung und Umsetzung. Ich kümmere mich selbst, um viele Fragen der
Umsetzung. Das bietet viele Vorteile für das Team und auch mich persönlich. Wir
sind alle motiviert und freuen uns bereits auf den Roll-Out der App.
Gegenüber den Großen haben wir persönliche Geschichten mit langjährigen Mitarbeitenden zu erzählen. Wir sind greifbar. Unsere Kundschaft identifiziert sich darüber oft stärker mit uns. Dies kann die App sicher zusätzlich unterstützen und unsere Kundschaft zu noch überzeugteren Fans machen. Meiner Meinung nach reicht unsere App, dessen Funktionen auf Betten Winkler angepasst sind. Sie würde auch nicht wesentlich besser oder anders funktionieren, wenn das Budget die 100.000€ Marke knackt.
Checkliste: Entwicklung der eigenen Händler-App
Damit die Händler-App reibungsfrei und erfolgreich umgesetzt werden kann, müssen wichtige Überlegungen getroffen werden. Wir empfehlen diese Dokumente in einer Cloud abzulegen, um diese leicht mit dem Team und den Dienstleistern teilen zu können.
Machen Sie eine Projekt-Charta in der das Ziel, die Anforderungen, das Team und die Rahmenbedingungen festgehalten werden. Dieses Dokument liegt zentral ab und sollte die Links zu allen anderen wichtigen Dokumenten enthalten.
- Bestimmen Sie, was Sie von der App erwarten und welche Funktionen benötigt werden.
- Legen Sie fest, welche Geschäftsbereiche abgedeckt werden müssen.
- Recherchieren Sie nach vertrauenswürdigen Anbietern.
- Stellen Sie sicher, dass der Anbieter Ihre spezifischen Geschäftsanforderungen erfüllen kann.
- Lesen Sie Bewertungen und Kundenreferenzen.
Anbieter von White-Label-Apps
White-Label-Lösung für die digitale Kunden-Karte
App anpassen
- Passen Sie das Design der App an Ihr Branding an.
- Passen Sie die Farben, Schriftarten und das Logo an.
- Passen Sie die App-Funktionen an Ihre Geschäftsanforderungen an.
Integration mit bestehenden Systemen
- Stellen Sie sicher, dass die App nahtlos mit Ihren bestehenden Systemen integriert ist, einschließlich Ihres Point-of-Sale-Systems, Inventarsystems und anderer Systeme, die Sie verwenden.
Schulungen
- Schulen Sie Ihre Mitarbeiter im Umgang mit der App.
- Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter effektiv mit der App umgehen können.
- Bieten Sie Schulungen an, um die Akzeptanz der App durch die Mitarbeiter zu erhöhen.
Testen und Qualitätssicherung
- Testen Sie die App gründlich, bevor Sie sie einführen.
- Überprüfen Sie, ob die App einwandfrei funktioniert und keine Probleme aufweist.
- Stellen Sie sicher, dass die App die Geschäftsanforderungen erfüllt.
Finanzierung und Förderung
Die Entwicklung einer eigenen Händler-App
stellt einen klaren Digitalisierungsimpuls dar, der enormes Potenzial entfachen
kann. Aus diesem Grund hat das Projekt von Frank Gaffrey auch das Hessische Förderinstrument
„DIGI-Zuschuss“ bewilligt bekommen. Unsere digi.coaches helfen Ihnen gerne bei Ihren Vorhaben!
- 22Okt 2025, Mi.handel.digital
KI-Werkstatt in Marburg
18:30 - 20:30 Uhr Lockschuppen, MarburgPräsenzkostenfreiKI-Werkstatt in Marburg – praxisnah und lösungsorientiert Die KI-Werkstatt macht Station in Marburg. - 15Okt 2025, Mi.handel.digital
KI-Werkstatt in Kassel
18:30 - 20:30 Uhr Ochmann Schlafkultur, KasselPräsenzkostenfreiKI-Werkstatt in Kassel – praxisnah und lösungsorientiert Die KI-Werkstatt macht Station in Kassel. - 01Okt 2025, Mi.handel.digital
KI-Werkstatt in Frankfurt
18:30 - 20:30 UhrPräsenzkostenfreiKI-Werkstatt in Frankfurt– praxisnah und lösungsorientiert Die KI-Werkstatt macht Station in Frankfurt. - 23Sep 2025, Di.handel.digital
KI-Werkstatt in Fulda
18:30 - 20:30 Uhr Etage 6 (im IHK Gebäude), FuldaPräsenzkostenfreiKI-Werkstatt in Fulda– praxisnah und lösungsorientiert Die KI-Werkstatt macht Station in Fulda.
Erste Abmahnungen wegen angeblicher Verstöße gegen das BFSG
20.08.2025Digitalisierung, E-Commerce, Recht & SozialesErste Anwaltskanzleien versenden Abmahnungen wegen angeblicher Verstöße gegen das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es besteht dringender Handlungsbedarf für betroffene Unternehmen.GEO oder SEO? Neue Wege – neue Herausforderungen!
05.08.2025Digitalisierung, E-Commerce, KIOnline-Marketing steht vor einem grundlegenden Wandel: Suchmaschinen werden zu Antwortmaschinen. Nutzerinnen und Nutzer erwarten nicht mehr nur eine Liste von Links, sondern sofort verständliche, vollständige Informationen, oft generiert durch Künstliche Intelligenz.handel.digital Community-Treffen – Ein Abend voller Ideen und Genuss
25.06.2025Digitalisierung, E-Commerce, KIRückblick auf einen gelungenen Abend: handel.digital Community-Treffen bei pizza1.de in Schauenburg.handel.ai | Künstliche Intelligenz auch für kleine und mittelständische Handelsunternehmen relevant
21.11.2024Digitalisierung, E-CommerceAuch in diesem Jahr haben wir Handelsunternehmen durch Vorträge und eine Expo-Ausstellung die Potenziale der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz (KI) aufgezeigt. Dabei wurde deutlich, dass KI nicht ausschließlich großen Unternehmen vorbehalten ist. Insbesondere kleine und mittelständische Handelsunternehmen können von ihren Anwendungen profitieren, um Prozesse zu optimieren, schneller zu reagieren und sich zukunftssicher aufzustellen.
Data Act: Was kommt auf Händlerinnen, Händler und ihre Kundschaft zu?
Der Data Act gilt ab dem 12. September 2025 verbindlich in der gesamten EU. Er legt fest, wie Daten aus „vernetzten Produkten“ und den dazugehörigen Diensten genutzt und weitergegeben werden dürfen. Für Handelsunternehmen relevant sind vor allem Geräte, die Kundinnen und Kunden selbst verwenden und bei denen persönliche Nutzungsdaten entstehen – zum Beispiel smarte Küchengeräte, vernetzte Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Kaffeemaschinen sowie intelligente Beleuchtungssysteme. Gerade für kleine und mittlere Handelsunternehmen (KMU) stellt sich deshalb die zentrale Frage: Bin ich von diesen neuen Regeln überhaupt betroffen – und falls ja, was bedeutet das konkret für meinen Betrieb?Meldepflicht elektronischer Kassensysteme bis zum 31. Juli
Unternehmen, die ein elektronisches Kassensystem nutzen, müssen dieses bis spätestens 31. Juli beim Finanzamt melden. Ziel der Meldepflicht ist es, Manipulationen an Kassendaten zu verhindern und die ordnungsgemäße Aufzeichnung von Geschäftsvorfällen sicherzustellen. Wer die Frist versäumt, riskiert unnötige Bußgelder und Ärger bei der nächsten Betriebsprüfung.Best Case: Quartier78 – Wie ein stilvoller Concept Store in Stadtallendorf mit digitaler Kundenkarte neue Wege geht
Ein Erfolgsbeispiel aus dem digi.coaching Programm von handel.digital.TikTok Shop in Deutschland: Zwischen Trend und Herausforderung!
TikTok Shop ist ein spannender, aber herausfordernder Vertriebskanal. Wer ihn professionell nutzt, kann innovativ neue Kundengruppen erschließen.


